Wohnen in Wunstorf.

Über Wohnen in Wunstorf.

Die sozialpädagogische, familienanaloge Wohngruppe- Villa „Together“ bewohnt eine geräumige, denkmalgeschützte Villa aus dem Jahre 1895. 
Dieses liegt in Wunstorf, etwa 20 Kilometer nordwestlich von der Landeshauptstadt Hannover entfernt. Die rund 41.000 Einwohner zählende Stadt Wunstorf mit ihren kleinen Gassen in der einladenden Fußgängerzone und den historischen Fachwerkhäusern rund um die spätromanische Stiftskirche vermittelt im Zentrum das beschauliche Stadtleben früherer Jahrhunderte, das belebt wird durch das rege Treiben seiner Bewohner.  
Die infrastrukturell gute Lage des Hauses der Wohngruppe sowie die vielfältigen Kultur-, Freizeit- und Sozialeinrichtungen Wunstorfs sprechen für den Standort, der einen hohen Wohn- und Freizeitwert zu bieten hat. Von dem rund 5 Minuten zu Fuß entfernt liegenden S-Bahnhof Wunstorf gelangt man in rund 12 Minuten Fahrzeit nach Hannover in die City. Darüber hinaus liegen neben den vielfältigen Angeboten der Landeshauptstadt, der Autobahnanschluss zur A 2, der Flughafen Langenhagen, der Eisenbahnknotenpunkt Wunstorf sowie das Naherholungsgebiet “Steinhuder Meer” nur 15 bis 25 Autominuten entfernt. In unmittelbarer Nähe befinden sich die KJP Wunstorf, Ärzte, Apotheken, Kindergärten, Restaurants. Genauso wie Geschäfte, die den täglichen Bedarf an Frischeartikeln decken wie etwa Marken-Discounter und Bäcker.
Apotheken und Ärzte nahezu aller Fachrichtungen sind schnell erreichbar. Auch die Sport- und Erholungsmöglichkeiten sind umfangreich. Ein ausgedehntes Bus- und S-Bahnnetz, Kindergärten sowie Schulen aller Art machen das Leben in Wunstorf mit seinem hohen Wohn- und Freizeitwert reizvoll.
Die Stadt, die Ortsteile und das Umland bieten eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten in den Bereichen Kulturdenkmäler, Naturdenkmäler.
 
Die sozialpädagogische, familienanaloge Wohngruppe ist konzipiert als vollstationäre sozialpädagogische Erziehungshilfe für maximal drei Jungen im Aufnahmealter von 5 bis 15 Jahren (Ausnahmen möglich nach intensiver vorheriger Überprüfung des Einzelfalls sowie der Gruppenkonstellation und der Zustimmung des Landesjugendamtes) mit Entwicklungsstörungen, Erziehungsproblemen, 
Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu psychosozialen und psychosomatischen Störungsbildern, emotionalen Defiziten und Schulschwierigkeiten (Schulangst, Schulverweigerung). Zum betreuten Personenkreis gehören sowohl Jungen, die bereits ambulante oder stationäre Angebote der öffentlichen Jugendhilfe in 
Anspruch nahmen, als auch solche, die aus psychiatrischen Einrichtungen oder direkt aus ihren Elternhäusern zu uns kommen. 
Eine Aufnahme in die Jungenwohngruppe erfolgt erst nach intensiver vorheriger Prüfung des Einzelfalls, sowie erfolgter Zustimmung der Sorgeberechtigten.
Als geschlechtshomogene Wohnform richtet sich das Angebot der Villa „Together“ an männliche junge Menschen bis 21 Jahre mit 
 
Störungen und Problemen im Bezugs- und Familiensystem
Schulängste, Schulverweigerung
psychosozialen/ psychosomatischen Störungen
emotionalen Defiziten, Bindungsstörung
Entwicklungsstörungen/ Verwahrlosungstendenzen
einer geringen allgemeinen Belastbarkeit.
 
Die Wohngruppe bietet eine alters- und entwicklungsangemessene Perspektive bis hin zur größtmöglichen Verselbständigung, insbesondere, wenn eine Rückführung in die Herkunftsfamilien aufgrund der jeweiligen Vorgeschichte als eher unwahrscheinlich einzustufen ist.
 
In der Villa „Together“ leben die aufgenommenen jungen Menschen in einem familienähnlichen Modell zusammen mit den Wohngruppeneltern und deren Adoptivsohn (Jahrgang 2002). Die jungen Menschen erfahren was es heißt in einem System aufzuwachsen, indem man sich gegenseitig vertraut und unterstützt. Der Aufbau von tragfähigen, langfristigen Beziehungen stellt eine Ressource der Wohngruppe da. Aufgrund ihrer Haltung öffnet die Wohngruppe, bzw. Familie Mauer ihr privates Umfeld dauerhaft und integriert die zunächst fremden jungen Menschen in ihr Familiensystem, inklusive Verwandtschaft, Nachbarschaft und Freundeskreis. 
In ihrem täglichen Erleben fehlen Jungen heutzutage nicht nur reale männliche Bezugspersonen, sie sehen sich auch vor der Auflösung bisheriger, inzwischen häufig tradierter Männlichkeitsbilder. Probleme mit dem Selbsterleben und dem 
Selbstkonzept ist eine nicht seltene Folge. Besonders wenn Jungen feststellen, dass ihr handlungsbezogenes, auf eigenen Fähig- und Fertigkeiten basierendes Junge sein („Was ich bin“) inkongruent zu gesellschaftlichen Vorgaben und Anforderungen („Was ich sein soll“) ist, ergeben sich unter ungünstigen sozialen Voraussetzungen Orientierungslosigkeiten und tiefe Identitätskrisen. Die Unfähigkeit, autonomes Handeln im Spannungsfeld zu geforderten Sozialanpassungen zu
entwickeln, führt häufig zu Verunsicherungen, die mit Regression oder einem Rückgriff auf traditionelle Männlichkeitsbilder beantwortet werden. Diese müssen vor allem dann als inadäquat gelten, wenn sie mit sozial unverträglichen, 
eher dem introvertierten Bereich zuzuordnenden Verhaltensweisen wie Vermeidungs- oder Verweigerungstendenzen oder extrovertierten Zügen wie Aggressionen, Unterdrückung oder Ausbeutung auftreten.
In der persönlichen Beziehung zu dem jungen Menschen begegnen wir diesem mit einer grundsätzlich positiven, wertschätzenden und akzeptierenden Einstellung. Mit dem Angebot eines neuen Lebenssystems bieten wir die Möglichkeit, Gegenwart zu strukturieren, Vergangenheit zu klären und Zukunft realistisch zu planen. Die Wohngruppe soll die Förderung eigenverantwortlichen Handelns als Junge bzw. 
junger Mann initiieren und eine emotionale und ressourcenorientierte Stabilisierung der jungen Menschen erreichen. 
Ziel von Jungenarbeit ist zum einen die Schaffung eines erweiterten Rollenverständnisses von Männlichkeit: Wenn die Jungen in die Lage versetzt werden, ihre Normen und Werte bezüglich Männlichkeit umfassender zu gestalten und bisher nicht gelebte Persönlichkeitsanteile zuzulassen, haben sie mehr 
Entscheidungsmöglichkeiten bei der Wahl ihrer Verhaltensweisen. Zum anderen sollen Jungen für existierende hierarchische Machtverhältnisse von Männern über Frauen zu sensibilisiert werden und Möglichkeiten entwickeln, diese zu verändern. Dabei soll deutlich werden, dass sie an Lebensqualität gewinnen können, ohne dabei an „Männlichkeit“ zu verlieren. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf den methodischen Ansatz „Lernen am Modell“ gelegt. Durch das Vorleben der männlichen und weiblichen PädagogenInnen.
 
Selbstverständlich werden zusammen mit jedem einzelnen jungen Menschen individuelle Ziele erarbeitet. Diese werden stetig reflektiert, überprüft und ggf. erweitert oder verändert. Dabei wird stets darauf geachtet, dass die Ziele möglichst viele Lebensbereiche ansprechen. Durch eine Vielfalt der Methoden versuchen wir gemeinsam mit den jungen Menschen diese Ziele zu erreichen.
Die sozialpädagogische, familienanaloge Wohngruppe verfolgt einen ganzheitlichen, wertschätzenden und systemischen Ansatz. 
Wir arbeiten lösungs- und ressourcenorientiert. Dabei verknüpfen wir theoretische Impulse aus Fort- und Weiterbildungen mit dem praktischen Arbeitsalltag. Unsere 
Arbeit basiert auf der Erkenntnis, dass der Mensch ein Leben lang lernt. Deshalb nehmen wir die individuellen Charaktere der jungen Menschen und ihrer Familien wertschätzend zur Kenntnis.
Ressourcenorientiertes Arbeiten heißt für uns, dass wir an die Ressourcen und Entwicklungsfähigkeit jedes Menschen glauben und daraus für jeden jungen Menschen eine Perspektive entwickeln, die dem jungen Menschen helfen 
können, sich selbst mit seinen Stärken und Schwächen anzunehmen. Bei diesen Prozessen und Veränderungen stehen wir begleitend und fördernd zur Seite und unterstützen so die Herausbildung und Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.
Es ist uns wichtig, problematische Handlungsmuster und Verhaltensweisen in einem ersten Schritt zu verstehen. Jeder Einzelne soll sich angenommen und getragen fühlen. Das starke Beziehungsgeflecht soll einerseits ein Gruppengefühl und andererseits die Stärkung der Persönlichkeit ermöglichen.
Die familienanaloge Wohngruppe ist bestrebt das pädagogische Leistungsangebot nicht mit therapeutischen Maßnahmen zu vermengen. Um den jungen Menschen ihren geschützten Lebensraum zu erhalten, werden alle therapeutischen Maßnahmen extern initiiert. Daher hält die sozialpädagogische Wohngruppe weder therapeutisches Personal noch Therapieräume vor.
 

Ihr Ansprechpartner

Andreas Mauer

pädagogische Leitung
andreas.mauer@together-for-kids.de